

Standardantworten sind leicht vergleichbar – sagen aber nur wenig über einen Bewerbenden aus. Klassische Interviewfragen zielen oft auf kurze, präzise Antworten und Vergleichbarkeit. Dabei geht jedoch häufig verloren, wie Bewerbende Erfahrungen einordnen, Entscheidungen begründen und Sinnzusammenhänge herstellen. Narrative Interviews eröffnen einen anderen Zugang: Sie ermöglichen es, Geschichten statt Standardantworten zu hören – und damit mehr über Handlungslogiken, Motive und Selbstverständnis zu erfahren.
Dieser kostenfreie einstündige Spotlight beleuchtet in einem Impulsvortrag, warum narrative Interviews für Auswahlverfahren bedeutend sind und wie Narrativität im Interview gezielt genutzt werden kann und wie die Ergebnisse strukturiert ausgewertet werden können. Diskutiert werden die Unterschiede zwischen strukturierten, teilstrukturierten und unstrukturierten Interviewformen sowie deren jeweilige Stärken und Grenzen. Dabei geht es auch um unterschiedliche Kodierungsparadigmen: Wie lassen sich Erzählungen systematisch auswerten, ohne ihren Kontext zu verlieren? Und welche Formen der Struktur sind notwendig, um narrative Interviews professionell in Auswahlprozesse einzubetten?
Die Teilnehmenden erfahren, was narrative Interviews bedeuten, warum sie besonders aufschlussreich sind und wie sie zu fundierteren Einschätzungen beitragen. Teilnehmende erhalten Impulse, Interviews differenzierter zu gestalten und qualitative Informationen besser nutzbar zu machen. Der Erfahrungsaustausch im zweiten Teil des Spotlights lädt dazu ein, sich über die eigene Interviewpraxis auszutauschen und neue Perspektiven auf Gesprächsführung und Auswertung zu gewinnen.
Die Veranstaltung findet an folgenden Zeitpunkten statt.